Geborgtes Geschenk

8. Jahresfest SK – 217, 5. Mond, Tag 19-20

Das Haus Alea’n’dar. Die Drow – wichtige Verbündete Melvis‘. Umso nervöser war ich auf eine ihrer Priesterinnen, eine „Yathrin“, zu treffen. Glücklicherweise lud mich Gnak Prak kurz davor auf einen Plausch ein. Er erklärte mir, dass ich mich hüten sollte, ohne ein Geschenk bei der Priesterin aufzutauchen. Und bevor ich noch recht überlegen konnte, was man so einer Dame denn schenkt, überreichte mir Gnak Prak eine schimmernde, schwarze Brosche. „Ich borge dir das hier, ich weiß, was einer Drow gefällt.“

Wunderbar, so konnte ich nun LiNeer gegenübertreten.

Ein wenig später viel mir dann auf: borgen. Wie soll ich etwas Verschenktes denn wieder zurück geben?

Aus manchen Gepflogenheiten wurde ich einfach nicht schlau.

Haare so weiß wie Schnee – Aruad

8. Jahresfest SK – 217, 5. Mond, Tag 19-20

Es war gemütlich in der Taverne am Abend vor dem Beginn des Jahresfests des Schwarzen Kreises. Ich genoss mein Bier, schaute den Tänzerinnen zu und freute mich auf die kommenden Festlichkeiten. Irgendwann fiel mir der betrübt in seinen Krug starrende junge Mann auf, der so völlig nicht in das Szenario passte.

Wenig später setzte ich mich neben ihn und sprach ihn an. Er erzählte mir, dass er vor kurzem in einer Taverne war, in der ganz anders als hier, finstere Gestalten mehr mit Ränkespiel und Geheimniskrämerei, als mit Feiern beschäftigt waren. Dort wurde er angesprochen und es wurde ihm ein Auftrag erteilt, den er nicht ablehnen konnte. Die Konsequenzen was dann mit ihm und seiner Familie passieren würde, waren abscheulich.

Erst nach mehrmaligen Fragen rückte er mit dem heraus, was er zu tun hatte.

„Besorge mir ein weißes Haar von Lyanna del Nolo, der Protecta von Melvis.“

So lautete die Aufgabe.

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Spinnen und ihre Männer

8. Jahresfest SK – 217, 5. Mond, Tag 19-20

Ich bin Lyanna del Nolo, Protecta von Melvis. Warum nur fühl ich mich trotzdem gerade so klein?

Auf hohen Hacken tritt mir LiNeer würdevoll entgegen und betrachtet mich argwöhnisch. Gnak Prak zum Dank, stand ich nun nicht mit leeren Händen da. LiNeer nahm das Geschenk an, doch brach das keines Wegs die kühle Distanz die ich zwischen uns spührte.

Wir tauschten uns vor allem darüber aus, dass der Untot ein gemeinsamer Feind war und wie sehr ein untotes Dasein wider der Natur wäre. LiNeer versicherte mir, das Haus Alea’n’dar würde mit mir ziehen, wann immer ich gegen so einen Feind antreten müsste. Ich hatte wohl doch wertvolle Verbündete gefunden.

Es schien so, dass dies unter anderem daran lag, dass ich eine Frau war. Die Drow führten ein Matriarchat. Der Mann, welcher LiNeer und mich die ganze Zeit über mit Getränken versorgte, wirkte sehr verschreckt. Fast, als fürchtete er jeden Moment verschlungen zu werden, wie das weibliche Spinnentiere so machen.

Schon etwas unheimlich.