Usuls Nachricht an Aruad

Schlachtensang – 215, 5. Mond, Tag 8-9

Usuls Nachricht ereilte mich, ich kann heute gar nicht mehr sagen, wo.

„Gehe auf schnellstem Wege ins Heerlager von Lyanna del Nolo. Mein erster Auftrag an Dich, als mein Lehnsmann, lautet: „Unterstütze sie in ihrem Kampf gegen den Untot, gegen Muel’Sa“

„Del Nolo, so hieß doch auch die ehemalige Protecta von Melvis“ dachte ich mir.

Gegen den Untot, das nenne ich Ironie. Bin ich doch selbst seit dem Kampf gegen Marc Dunkelbruch nicht mehr das, was man in Whenua menschlich nennt.

Wenige Zeit später traf ich im Lager ein. Nervös holte die Wache noch 2 Leute zur Verstärkung und man geleitete mich hinein.

„Hier ist einer der Untoten, aber im Auftrag von Baron Usul. Er will zur Heerführerin dieses Unterfangens“ sagte die Wache zu jemandem, der wie ein Hauptmann oder so aussah.

Ich trug zum gefühlt 3. Mal mein Anliegen vor und wurde zu Lyanna del Nolo geführt. Sie besprach sich gerade mit einigen Kriegern. Es schienen schon Gefechte stattgefunden zu haben, aber die Schlacht, die ihr Schicksal und wohl auch meines entscheiden würde, stand erst unmittelbar bevor.

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Ich werde da sein – Gnak Prak

Nobilitas Regere I – 215, 7. Mond, Tag 24-25

Es ist schon einige Zeit her, da stellten gute Freunde mir ein junges Fräulein Del Nolo vor: als neue Protecta von Melvis. Meine Freunde meinten Sie wäre die Richtige aber Sie hätte einen schwierigen Stand wegen der whenuanischen Erbfolge und so… Bei uns Orks hätten wir das anders gelöst.

Man sagte mir ich sollte Sie unterstützen so gut ich kann. Habe Sie beobachtet, mit Ihr geredet. Mit der Zeit hat Sie sich einen guten Ruf erarbeitet. Sie schaut auf Ihr Volk und verteidigt es.

Ich denke nicht, dass Sie jemals meine Hilfe benötigt hätte. Dennoch werde ich da sein, sollte sich das ändern.

Nach dem 3. Glas noch aufrecht – Canis

Herbstball Carus – 216, 11. Mond, Tag 25-26 TdT – 215, 8. Mond, Tag 20-22

Als ich, Canis Latrans, Herrscher von Redis, Lyanna del Nolo, Regentin von Melvis besser kennelernen durfte, war der offizielle Anlass ein Gipfeltreffen über Handelsrouten.
Der inoffizielle Anlass aber — so munkelt man bis heute in den Tavernen — war der feuchtfröhliche Likörwettbewerb der großen Tage der Tapferkeit.

Ich, stets höflich und mit dem taktischen Lächeln eines Fuchses, versprach „rein zur moralischen Unterstützung“ teilzunehmen. Lyanna, mit funkelndem Blick, entgegnete: „Bei uns in Melvis ist Moral, was man nach dem dritten Glas noch aufrecht halten kann.“

Seitdem sah man mich bei jedem Wettbewerb an ihrer Seite — manchmal mit einem diplomatischen Toast, manchmal mit einem leisen Seufzer — und immer mit dem festen Vorsatz, diesmal nicht den stärksten Kirschbrand zu erwischen.

Ein Vorsatz, der sagen wir, nur theoretisch eingehalten wurde

Haare so weiß wie Schnee – Aruad

8. Jahresfest SK – 217, 5. Mond, Tag 19-20

Es war gemütlich in der Taverne am Abend vor dem Beginn des Jahresfests des Schwarzen Kreises. Ich genoss mein Bier, schaute den Tänzerinnen zu und freute mich auf die kommenden Festlichkeiten. Irgendwann fiel mir der betrübt in seinen Krug starrende junge Mann auf, der so völlig nicht in das Szenario passte.

Wenig später setzte ich mich neben ihn und sprach ihn an. Er erzählte mir, dass er vor kurzem in einer Taverne war, in der ganz anders als hier, finstere Gestalten mehr mit Ränkespiel und Geheimniskrämerei, als mit Feiern beschäftigt waren. Dort wurde er angesprochen und es wurde ihm ein Auftrag erteilt, den er nicht ablehnen konnte. Die Konsequenzen was dann mit ihm und seiner Familie passieren würde, waren abscheulich.

Erst nach mehrmaligen Fragen rückte er mit dem heraus, was er zu tun hatte.

„Besorge mir ein weißes Haar von Lyanna del Nolo, der Protecta von Melvis.“

So lautete die Aufgabe.

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Auf das Bauchgefühl vertrauen – Rael

TdT – 223, 8. Mond, Tag 17-19

Die Tourniere hatten eigentlich wie immer friedlich angefangen, aber man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben. Spätestens als wir durch ein Orakel hörten, dass ein Attentat auf einen der Protectoren verübt werden sollte, waren wir in höchster Alarmbereitschaft.

Mein Verdacht fiel sofort auf die Protecta, Lyanna del Nolo, schließlich hatte sie erst vor kurzem Krieger gesucht um die Königin von Bariya zu befreien.

Das Problem an der Sache war, dass sich auch alle anderen Protectoren auf dem Fest befanden – also wer war wirklich das Opfer?

Leider wurden wir abgelenkt als Canis von schwarzen Schatten angegriffen wurde und so konnte der Attentäter zuschlagen und mein Verdacht bewahrheitete sich. Die Protecta wurde mit einem vergifteten Dolch verletzt und konnte nur durch die Hilfe von unseren Heilern gerettet werden.

Das nächste Mal verlasse ich mich wieder auf mein Bauchgefühl.

Ein Herz in Ketten – Victoriana

Kalte Spuren 3 – 223, 9. Mond, Tag 1-2

Wie soll ich es niederschreiben, ohne dass die Tinte selbst zu glühen beginnt vor Scham und Schuld?

Man nennt es ein Attentat – ich nenne es Verrat. Verrat an meiner Pflicht, an meinen Gelübden… an ihr.

Lyanna, meine Protecta.

Die Starke, die Unerschütterliche. Und ich, töricht genug, ihr zum Schwert zu werden, nicht an ihrer Seite, sondern gegen sie.

Ich erinnere mich an den Bann wie an einen bleiernen Nebel, der meine Glieder lenkte, mein Herz in Ketten schlug und doch jede Regung meines Willens verspottete. Ich spürte die kalte Magie, die mich zwang, und dennoch… es war meine Hand, die nach ihrem Leben griff. Meine Klinge, die ihr Blut suchte. Ich kämpfte – oh, wie ich kämpfte in mir selbst – und dennoch musste sie in meinen Augen den Feind erkennen.

Ich sah, wie sie mir auswich, wie sie meine Hiebe abfing. Sie verstand! Sie las zwischen den Bewegungen, dass mein Herz schrie: „Nein! Nicht sie! Niemals sie!“

Doch konnte sie mir je ganz glauben? Oder blieb der Schatten des Zweifels in ihr zurück?

Als der Bann fiel, war es schon zu spät. Ein Hauch nur von Unachtsamkeit, und meine Klinge fand ihr Fleisch. Kein tödlicher Stoß, nur der Arm – aber Blut! Ihr Blut! Kostbar, einzigartig… und nun in den Händen unserer Feinde.

Wir kehrten zurück, gebrochen, jeder von uns ein wenig kleiner, ein wenig leerer. Und ich? Ich trage die schwerste Bürde. Wie soll ich noch in ihr Antlitz blicken? Wie je wieder an ihrer Seite stehen, ohne dass die Erinnerung mich verzehrt?

Denn die Wahrheit, die ich niemals gestehen darf, brennt in mir:

Dieser eine Bann mag gebrochen sein, doch mein Herz, das liegt auf ewig in Ketten. Ich wäre verloren, würde sie es je erfahren.


SIC PARVIS MAGNA
Mit Liebe und Schutz für die Leut‘
Blau und Gold – damals wie heut‘

Aller Leibwächter zum Trotz – Rael

Kalte Spuren 3 – 223, 9. Mond, Tag 1-2

Als wir am Ort der Schlacht eintrafen bestimmten wir zuerst ein paar Leibwächter für die Protecta. Wir wollten unter allen Umständen verhindern das uns das Gleiche wie auf den Tagen passierte. Die Auswahl war streng und die Auserwählten waren perfekt darauf getrimmt, was ihre Aufgabe sei: Lasst die Protecta nicht aus den Augen. Niemand darf an sie herankommen.

Leider hatten wir nicht bedacht das es dies mal einer der unseren verbockt hatte. Ich nenne seinen Namen nicht, aber er überredete die Protecta zu einem kleinen Ausflug, da er den Aufenhaltsort der Königin von Bariya erfahren hatte. Lange Rede, kurzer Sinn, sie wurde wieder verletzt und die Gegner hatten nun etwas Blut von ihr. Und wir alle wissen das man mit Blut eine Menge Unfug anstellen kann. Zum Glück endete die Sache dann doch noch zu unseren Gunsten.

Stolze Whenuaner – Marvis

TdT – 224, 8. Mond, Tag 15-17

Es war wieder Zeit für die Tage der Tapferkeit – ein kurze Unterbrechung meiner Reise durch Whenua. Mir war zugesichert worden, dass das Fest ohne große Vorkommnisse und Unwegbarkeiten vonstattengehen sollte, und auch, dass sich die Garde wie üblich um die Feierlichkeiten kümmern würde. Die Eisengrauen selbst standen dafür ein, und so war es mir möglich, nur mit einer kleinen Entourage anzureisen.

Tatsächlich schien es, dass meine Anwesenheit nur Aufputz war, und die weltlichen Belange von Lady del Nolo und den örtlichen Verantwortlichen bereits abgehandelt wurden. Ich dachte daran, mich schon zu Sonnenuntergang zurückzuziehen als die Schatten angriffen. Ohne mich hier in den Details verlieren zu wollen, möchte ich die Leistung der Anwesenden loben, die trotz der fortgeschrittenen Stunde die plötzliche Bedrohung rasch und effizient zerschlugen und das Lager sicherten. Insbesondere Pelias wich während der Unruhen nicht von meiner Seite und hielt stoisch die Ordnung aufrecht, ohne die ein gezieltes Handeln nicht möglich gewesen wäre. Ich freue mich auf unser nächstes Treffen.

Den nächsten Ring der Verteidigung bildete die Linsar Garde unter Tarik – je mehr ich versuchte, mich aktiv in das Geschehen einzumischen, umso mehr Schilde standen immer an der „falschen“ Stelle und verhinderten jede Gefahr, in die ich mich hätte begeben können.

Dieser Abend zeigte mir wieder, warum wir stolze Whenuaner sein können – und warum dies immer unsere Heimat bleiben wird.

Von Vernunft und Autorität – LiNeer

TdT – 224, 8. Mond, Tag 15-17

Die Protecta, die mir im Turnierkreis gegenübertrat, war nicht dieselbe, die ich kannte.

Zuletzt waren wir uns nur Stunden zuvor in der Grünen Raupe begegnet. Ich war angereist, um meiner Urteilsverkündung beizuwohnen. Ein absurder Gedanke, sich menschlicher Rechtsprechung zu unterwerfen…

Aber mein Trotz war geweckt. Mir waren Drohungen zugetragen worden, ich solle mich nicht oder „besser nicht allein“ auf den Tagen der Tapferkeit blicken lassen. Selbstverständlich war ich prompt ohne (sichtbare) Eskorte angereist. Jetzt saß ich demonstrativ inmitten der Taverne und versuchte, nicht an das Bevorstehende zu denken. Spio… Bekannte hatten mir zugetragen, dass viele sich nicht nur die Todesstrafe für mich wünschten, sondern ihren Einfluss dafür einzusetzen versuchten. Mein Vertrauen in menschliche Justiz war überschaubar, jedoch zweifelte ich keinen Moment an der Entschlossenheit kleinlicher Männer mit persönlicher Vendetta.

Lyanna del Nolos Eintreffen war dagegen eine erfrischende Aussicht auf Vernunft. Die herzliche Begrüßung spiegelte meine Achtung für die Protecta wider – und war zugleich für das Publikum: Still, hier reden die Erwachsenen. Im Gespräch mit der charmanten Anführerin entspannte ich mich.

Ganz anders klang die Frau, die wenig später mit strengen, energischen Worten unser Urteil verkündete. Niemand widerspricht einer solchen Stimme. Obwohl sie die erste Hälfte ihrer Rede darauf verwendete den Versammelten zu erklären, was ich NICHT getan hatte, verlies ich den Turnierkreis wie ein gescholtenes Schulmädchen.

Das also ist die autoritäre Lyanna. Ich muss sagen – ich hasse es nicht.